Strukturpaste & Acryl – wie Oberfläche und Tiefe entstehen
Strukturblüte · Acryl & Strukturpaste · Werk von Elisabeth Suter
Strukturpaste & Acryl – wie Oberfläche und Tiefe entstehen
Elisabeth Suter · KUNST and MORE
Mich begeistert an Strukturpaste, dass ein Bild plötzlich nicht nur Farbe, sondern auch eine spürbare Oberfläche bekommt. Schon beim Auftragen verändert sich die Leinwand: Es entstehen Erhebungen, Kanten und kleine Vertiefungen. Je nachdem, wie das Licht darüberstreicht, wirkt auch die Farbe immer wieder anders.
Ich arbeite dabei gern in zwei Schritten. Zuerst entsteht die Form, danach kommt die Farbe dazu. Genau dieses Zusammenspiel mag ich: Eine Oberfläche kann ganz ruhig wirken und trotzdem Tiefe haben – oder durch Licht, Schatten und einzelne Akzente richtig lebendig werden.
Wenn die Oberfläche dem Bild Tiefe gibt
Mit Spachtel und Strukturpaste baue ich die Form direkt auf der Leinwand auf. Bei einer Strukturblüte entsteht die Blüte also nicht nur durch Farbe – sie wächst Stück für Stück aus der Fläche heraus.
Wenn später Farbe dazukommt, verändert sich das Bild noch einmal. Sie bleibt an manchen Stellen ganz zart, sammelt sich an Kanten oder lässt Vertiefungen stärker hervortreten. Ich mag diesen Moment, weil die Oberfläche dann plötzlich beginnt, ihren eigenen Charakter zu zeigen.
„Vielleicht bin ich nicht der Einzige, der den Boden liebt.“
Jean Dubuffet · 1959 · frei ins Deutsche übertragen
Dubuffet beschäftigte sich in seinen Texturologies und Matériologies intensiv mit Erde, Pflaster, Material und Oberflächen.
Warum die Trocknungsphase dazugehört
Struktur braucht Geduld. Nach dem Modellieren darf das Werk zuerst in Ruhe trocknen. Diesen Schritt kann man nicht überspringen – die Form muss stabil sein, bevor ich weiterarbeite.
Erst danach kommen Hintergrund, Farbe und feine Akzente. So kann ich die Oberfläche weiterentwickeln, ohne das zuvor Modellierte wieder zu verändern. Diese kleine Pause zwischen den Arbeitsschritten gehört ganz selbstverständlich zum Prozess.
Licht und Schatten machen die Tiefe sichtbar
Wenn die Struktur trocken ist, übernimmt das Licht einen Teil der Gestaltung. Erhabene Stellen fangen Helligkeit ein, Vertiefungen bleiben dunkler und kleine Kanten werfen Schatten. Dadurch bekommt das Bild Tiefe, noch bevor ich mit stärkeren Farbkontrasten arbeite.
Mit Acryl kann ich diese Wirkung verstärken oder ganz bewusst zurücknehmen. Manchmal genügt schon ein heller Akzent oder ein etwas dunklerer Ton, damit eine Form plötzlich viel deutlicher wird. Genau dieses Spiel mit Licht und Farbe macht die Arbeit für mich so spannend.
Wie Farbe den Charakter der Struktur verändert
Farbe kann dieselbe Struktur völlig unterschiedlich wirken lassen. Ruhige Töne nehmen sich zurück und lassen die Form sprechen. Stärkere Kontraste bringen Bewegung hinein und lenken den Blick.
Oft sind es gar nicht die großen Veränderungen, sondern kleine Farbakzente, die einem Bild seine Richtung geben. Die Form ist da – und mit der Farbe entscheidet sich, welche Stimmung sie bekommt.
Strukturpaste selbst ausprobieren
Wenn dich diese Arbeitsweise neugierig macht und du sie selbst ausprobieren möchtest, findest du im Workshop Strukturblüte die einzelnen Schritte vom Aufbau mit Strukturpaste bis zur Ausarbeitung mit Acrylfarbe.
Elisabeth Suter
Visual Storytelling Artist
In meiner Arbeit entstehen Bilder oft aus einem Zusammenspiel von Farbe, Form und Gefühl. Ich mag es, wenn ein Werk nicht alles sofort preisgibt, sondern beim längeren Hinsehen noch etwas entdecken lässt.
In KUNST and MORE nehme ich dich mit ins Atelier und teile Gedanken, Materialien und Geschichten hinter meinen Bildern.
Meine Kunst macht Gefühle sichtbar.
Wie wirkt Struktur auf dich? Magst du eher ruhige, reduzierte Oberflächen oder darf ein Bild deutlich plastisch werden? Schreib mir deine Gedanken gern in die Kommentare.